Und schon wieder Länderspielpause…

Es ist Anfang Oktober und der Reisezirkus der Nationalmannschaften setzt sich abermals in Bewegung. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Die deutsche Nationalmannschaft hat es dabei in der WM-Qualifikation mit Rumänien und Nordmazedonien zu tun. Auf dem Papier scheinen das bei allem Respekt machbare Aufgaben zu sein, wobei sich das Team unter dem alten Trainer Joachim Löw in gewohnter Regelmäßigkeit gegen die „kleinen“ Fußballnationen schwergetan hat. Nun soll unter Hansi Flick alles besser werden. Der Auftakt im September ist eindrucksvoll gelungen. Denn mit 12:0 Toren aus drei siegreichen Spielen eroberte man die Tabellenführung der Gruppe J von Armenien zurück und ließ auch fußballerisch an die alten Zeiten mit Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger oder Phillip Lahm zurückerinnern. Tugenden wie Spielwitz, Dynamik und jugendliche Unbekümmertheit tauchten wieder auf und lassen die sonst so kritischen Anhänger auf eine erfolgreiche Zukunft hoffen.

Doch die Vorfreude hält sich aktuell bei dem Großteil der Fußballfans wohl eher in Grenzen. Weniger den spielerischen Leistungen, sondern mehr dem generellen Reiseirrsinn geschuldet. Es braute sich in der Vergangenheit besonders viel Unverständnis über erzwungene Abstellungen zusammen, die vor allem für die Spieler in Zeiten der Corona-Pandemie zu einer schwer zumutbare Belastung wurden. Zum Beispiel bestritt das erst 18-jährige Talent Pedri in der vergangenen Saison 73 Spiele für den FC Barcelona und die spanische Nationalmannschaft. Das sind Zahlen, die parallel zu den astronomischen Ablösesummen immer weiter in die Höhe gehen. Besonders dann, wenn der Weltfußballverband FIFA und die europäische UEFA ihre Vorstellungen von Profitmaximierung durch die Schaffung unzähliger und zum Teil unnötiger Wettbewerbe wie der Nations League weiterhin umsetzen. Deren Spielmodi sind zum Teil derartig unübersichtlich geworden, dass sich wahrscheinlich die Funktionäre immer wieder selbst damit überraschen, wer alles im Lostopf gelandet ist.

Um all dem Wahnsinn zu entgehen, hat sich der TC Freisenbruch dazu entschlossen, in diesem Jahr keine Spieler mehr für die Nationalmannschaften abzustellen. Ein mutiger Schritt, denn die Ergebnisse der letzten Spiele waren sehr ansprechend. Ausschlaggebend sei dafür die Belastungssteuerung gewesen, um für die Begegnungen während der Länderspielpause genügend fitte Spieler zu haben. Mit dem Fokus auf die nationalen Wettbewerbe schlägt der TCF denselben Weg ein, wie die großen englischen Vereine, die sich bereits mehrmals kritisch über Länderspielreisen in der Frühphase der Saison geäußert haben. Stattdessen gibt es also unsere Stars am Sonntag um 11 Uhr bei der SG Schönebeck II zu bestaunen. Das Spiel beim direkten Tabellennachbarn garantiert auf jeden Fall Spannung. Da wird es Ihnen sicherlich nichts ausmachen, wenn Sie im Länderspielmarathon die erste Halbzeit von den Malediven gegen Sri Lanka verpassen.

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